In diesem Blogeintrag sprechen wir darüber, wie sich ein Aktienkurs errechnet. Dafür gibt es eine Börsenregel, die meine Investments nachhaltig beeinflusst hat. Wann immer jemand eine Aktie kauft, gibt es jemanden, der diese Aktie verkauft und wann immer jemand eine Aktie verkauft gibt es jemanden, der diese Aktie kauft. Diese Börsenregel hat meine Sichtweise auf die Börse grundlegend verändert und ist meine wichtigste Erkenntnis für langfristigen Erfolg.

Die Aktienkurse fallen aktuell und einige sprechen schon vom nächsten Börsencrash. Ich habe ein Video darüber gemacht, welches du im letzten Blogeintrag sehen kannst. Daraufhin hat sich jemand per Kommentar gemeldet und mich auf das Ei des Kostolany hingewiesen. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig das grundlegende Verständnis der Börse, der dahinterliegenden Mechanismen und der Perspektive ist. Ich bin wirklich dankbar über diesen Kommentar, denn er hat mich hart kritisiert und mir gleichzeitig eine neue Interpretation meines Wissens gezeigt. Damit ihr wisst, was ich meine und wie ich denke, sprechen wir heute über Kostolany und über die Errechnung eines Aktienkurses. 

Wenn ich davon spreche, dass immer jemand kaufen muss, damit jemand verkaufen kann und umgekehrt, dann sprechen wir über die Order einer Aktie an einem Börsenplatz und die daraus resultierende Errechnung des Aktienkurses. Es handelt sich um eine computergestützte mathematische Berechnung nach klaren Regeln, die unabhängig von Menschen ist. Hier gibt es einen wichtigen Knackpunkt. Denn den Aktienkurs interessiert es nicht, was wir denken, wer gerade was schreibt und wer gerade welche Quartalszahlen veröffentlich hat. Den Menschen allerdings schon und am Ende bestimmt der Mensch, wie viel ihm eine Aktie wert ist und das führt über Umwege zum Preis. Lass uns das Thema strukturiert bearbeiten und danach schauen, was Kostolany dazu sagt.

Grundlegend verwenden wir folgende Begriffe:

Der Aktienkurs beschreibt den Wert in Euro, zu dem eine Aktie aktuell gehandelt wird.

Der Börsenplatz ist der Ort, an dem die Aktien gehandelt werden.

Handeln bedeutet, dass jemand eine Aktie an jemanden verkauft oder von jemandem kauft.

Die Order beschreibt den Auftrag, eine Aktie zu einem bestimmten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen.

Das Orderbuch enthält alle Orders, die aktuell aufgegeben wurden. Wie du weißt, bedeutet eine eingestellte Order noch lange nicht, dass du die Aktie auch zu diesem Kurs kaufen oder verkaufen kannst.

Der Umsatz beschreibt die Menge der Aktien, die zu einem bestimmten Zeitpunkt gehandelt wurden.

Das Limit bestimmt, zu welchem Preis du die Aktie maximal kaufst oder minimal verkaufst.

Lass uns ein einfaches Beispiel rechnen. Eine Aktie steht aktuell bei einem Preis pro Stück von 100€. Nun möchtest du 100 Stück kaufen und gibst deine Order ohne Limit auf. Gleichzeitig gibt jemand eine Verkaufsorder über 150 Stück bei einem Preis von 110€ auf. Wenn das die einzigen Orders sind, die aktuell an dem Börsenplatz aufgegeben wurden, kaufst du 100 Aktien für 110€. Die restlichen 50 Stück bleiben im Markt bestehen. Der Preis der Aktie ist eben um 10% auf 110€ gestiegen.

Da du weißt, dass das passieren könnte, hast du deine Order wahrscheinlich mit einer Limitierung von 100€ aufgegeben. In diesem Fall würde kein Handel zustande kommen. Nun gibt es jemanden, der bereit ist, die Aktie für 90 Euro zu kaufen und zwar direkt 1000 Stück. Gleichzeitig gibt es mehrere Menschen, die die Aktie gerne verkaufen möchten und denken, dass sie 100€ dafür bekommen. Sie stellen ihre Order ohne Limit ein und auf einmal gibt es 500 Stück, die zum Marktpreis verkauft werden sollen. Der Preis würde sofort auf 90€ fallen, da dort der Umsatz mit dem höchsten Volumen (500 Stück (genau genommen 1000 Stück, da 500 verkauft und 500 gekauft werden)) stattfinden kann. 

Diese Beispiele sind extrem, aber genau so funktioniert die Börse. Bei einer liquiden Aktie, wie einem Dax30 Konzern, wird der Aktienkurs mehrmals die Minute berechnet und dadurch sind solche Schwankungen selten möglich. Bei einem Börsencrash, wie wir ihn in den letzten Tagen erlebt haben, lässt sich ein ganz einfacher logischer Schluss ziehen. Es gibt viele Menschen, die Kauforders mit Limits aufgegeben haben, die deutlich unter dem aktuellen Kurs liegen. Dadurch, dass viele Menschen in Panik ihre Aktien ohne Limit auf den Markt geben, fällt der Kurs bis zu dem Punkt, wo niemand mehr verkaufen möchte. Natürlich kann auch jemand bewusst zu einem niedrigen Preis verkaufen. Ich zähle hier bewusst nicht alle Möglichkeiten auf, da es nur um die Verdeutlichung des grundlegenden Prinzips geht.

So viel in der Kürze. Wenn dich das Thema interessiert, schreib es mir in die Kommentare und wir machen gemeinsam ein ausführliches Rechenbeispiel, indem du Schritt für Schritt lernst, wie du einen Aktienkurs errechnen kannst. Der Vorteil dieses Wissens ist, dass du Charts und die Psychologie des Handels leichter verstehen wirst.

Im Gegensatz dazu steht die Philosophie bzw. Strategie von Kostolany, in der er beschreibt, wann ein guter Kauf- oder Verkaufspunkt für eine Aktie ist. Er beschreibt mit seiner Philosophie des Eis, dass es am Markt immer die drei Phasen Kaufen, Abwarten und Verkaufen gibt und diese wie in einem Ei (Kreislauf) langfristig durchlaufen werden. Die Phase des Kaufens und Verkaufs wird zu einem bestimmten Zeitpunkt immer sehr extrem sein, wodurch sich die Form eines Eis ergibt. Bedeutet, dass wir die meiste Zeit an der Börse einfach abwarten. 

Hier stellt sich die strategische Frage, wann du eine Aktie kaufst und wann verkaufst. Im Idealfall errätst du, wann niemand mehr bereit ist, seine Aktie zu einem tieferen Preis zu verkaufen und wann dadurch die Käufer wieder die Überhand gewinnen und die Preise steigen. Da das allerdings immer Spekulation ist, wirst du hier niemals eine richtige Antwort erhalten. Grundlegend ist das Prinzip allerdings absolut richtig und du solltest immer versuchen niedrig zu kaufen und teuer zu verkaufen. In diesem Artikel siehst du, wie wichtig ein grundlegendes Wissen über die Börse ist, weil eine einfache Aussage wie „Wann immer jemand kauft, gibt es jemanden der verkauft.“ auf unterschiedlichste Art und Weise interpretiert werden kann.

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Dein Fabian